Wer wir sind

Die Geburtsstunde der Kirmesgesellschaft Elsen-Fürth

Die Gründung der Vereinsvereinigung

 

Die Kirmesgesellschaft Elsen-Fürth, ein aus dem gesellschaftlichen Leben der Stadt Grevenbroich nicht wegzudenkender Verein, ist an Jahren gemessen noch ein recht junges Gebilde. Der heutige Stadtteil Elsen-Fürth mit Fürtherberg hatte immer schon ein recht umfangreiches Vereinsleben aufzuweisen. Der Kriegerverein Elsen-Fürth gegr. 1874 und der Pfarr-Cäcilien-Verein gegr. 1864 sind die ältesten Vereine in der „Freien Herrschaft„. In diesen und in den übrigen Vereinen ging es überwiegend darum, Zerstreuung von der Alltagslast zu finden. Dies gelang sicherlich für Aufführende und Besucher am besten in den Theatervereinen; obwohl auch die Mitglieder des Pfarr-Cäcilien-Vereins regelmäßig Theater spielten. Die herausragendste Theatergesellschaft war wohl die Thailia gegr. 1922, die mit vielen Theateraufführungen die Elsener und Orkener Bevölkerung erfreute.

 

Peter Dönig oder auch die Germania Halle dienten den Theatergesellschaften als Podium. Hier waren die Bretter, die für die Elsener, Fürther und Fürtherberger die Welt bedeuteten und auf denen so manches Lustspiel aufgeführt wurde. In diesen Vereinen waren Mehrmitgliedschaften an der Tagesordnung, denn die geringe Einwohnerzahl ließ keine andere Lösung zu. Neben Konzerten und Theateraufführungen widmete man sich auch dem konzertanten Musikspiel. Neben dem Trommlerkorps Elsen seien hier erwähnt der Verein für Musikpflege Elsen, die Gesellschaft der Zitherfreunde Elsen und die Gesellschaft für Musikfreunde.

 

All diese Vereine wurden von Männern geführt, die sich unermüdlich für die Sache uneigennützig einsetzen. Enumerativ seien hier einige namhafte Ortsgrößen erwähnt: Ferdinand Busch, Heinrich Schmitz, Theo Beuels, Emil Weyermanns, Wilhelm Trippen, Matthias Müller, H. Flohe, Gustaf Weyermanns, P. Huthmacher, Michael Floh, Willi Rees, Lorenz Steinröder, Kurt Leyer, Fritz Schlangen, Johann Esser, Hubert Dubbel und Franz Brings. Der einzige Sportverein wurde von Josef Becker geführt.

Die Vereinsvereinigung Elsen-Fürth

 

Der Betrachter der Vereinsszene in Elsen-Fürth muss sich doch die Frage stellen, wie lange noch in jenen Jahren Doppel- und Dreifachmitgliedschaften von dem Einzelnen getragen werden konnten. Es galt ja nicht nur diese Angelegenheiten aus finanzieller Sicht heraus zu betrachten; die Zeit, die für Versammlungen, Proben und Aufführungen aufzuwenden war, ließ eine Idee reifen, die den Verantwortlichen alsbald die einzig machbare Lösung des Problems „Mehrfachmitgliedschaften„ aufzeigen sollte.

 

Überlegungen, eine Vereinsvereinigung ins Leben zu rufen nahmen nunmehr Gestalt an. Jedem Verein in Elsen, Fürth und Fürtherberg sollte es gestattet sein, dieser Dachgesellschaft beizutreten. Am 1. Dezember 1923 war es dann soweit. Sieben in der Verantwortung ihrer Vereine stehende Männer wagten den Schritt und gründeten die Vereinsvereinigung Elsen.

Ein zähes Ringen

 

Wie viele Zusammenkünfte dieser für Elsen-Fürth und Fürtherberg so bedeutsamen Gründungsversammlung vorausging, wissen wir nicht, aber es kann vermutet werden, dass ein monatelanges zähes Ringen um Inhalte und Ziele der neu zu gründenden Vereinsvereinigung vorausgingen. In lediglich 8 Paragraphen wurde ein Gerüst gezimmert, das von allen Gründungsvereinen getragen werden konnte. Mitglieder in dieser Vereinsvereinigung konnten alle sogenannten „Idealvereine„ werden, die werde politisch noch militärischen Charakter aufwiesen. Es galt das Übermaß der Vergnügungssucht, insbesondere der Ballfestlichkeiten einzudämmen und zu kanalisieren.

Die Kirmes hingegen wollte man gemeinsam in althergebrachter Art und Weise feiern. Es sollte beim Volksfestcharakter bleiben und alle Einwohner der dörflichen Gemeinschaft sollten daran teilnehmen können. Auch der Termin stand fest. Das Volksfest sollte jeweils am 1. Sonntag im Oktober und an den beiden darauffolgenden Tagen stattfinden. Damals wie heute wurden die einzelnen Überschüsse, soweit welche erwirtschaftet werden konnten, für den Sankt Martinszug der Schulkinder und für sonstige wohltätige Zwecke verwendet.

Der erste Vorstand

 

  • Adam Müller – I. Vorsitzender
  • Peter Conrads – I. Schriftführer
  • Theodor Caspers – II. Schriftführer
  • Ludwig Eßer – I. Beisitzer
  • Wilhelm Terhardt und Johann Flau als Mitglieder

Erster Klompenkönig

 

Mit der Entrichtung der sogenannten Stempelsteuer in Höhe von 3.000.000,– Mark an das örtliche Finanzamt am 9. Januar 1924 galt mit der Erlaubniserteilung durch Bürgermeister Thiel und dem Eintrag ins Vereinsregister die “Vereinsvereinigung Elsen-Fürth” rechtlich als per 21. Januar 1924 gegründet. Erster Repräsentant und somit Klompenkönig wurde Albert Kuchinke und zwar für drei Jahre.

Text: Dieter Schlangen

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